Senegal: kleine Länderkunde

  Der Senegal ist ein Staat in Westafrika, sein Territorium ist etwa halb so groß wie Deutschland. Im Westen erstreckt sich der Atlantische Ozean, die angrenzenden Länder sind Mauretanien, Mali, Guinea und Guinea-Bissau. Gambia wird vom Senegal eingeschlossen. Das Gebiet des Senegal ist bereits seit dem 12. Jahrhundert ein Teil der islamischen Welt und auch heute bekennen sich mehr als 90% der 12 Millionen Einwohner des Landes zu einem weltoffenen Islam. 1895 wurde das Gebiet des Senegal zur ersten französischen Kolonie in Afrika. Am 20. August 1960 wurde Senegal unabhängig. Er behielt ein Mehrparteiensystem bei und wurde zu einem der wenigen demokratischen Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. Die durch die Kolonialzeit bedingte Abhängigkeit von wenigen Exportgütern wie Erdnüssen, Phosphaten und Fisch, rasches Bevölkerungswachstum und Staatsverschuldung führten ab den 1980er Jahren jedoch zu Verarmung und sozialen Spannungen. Senegal wurde abhängig von Krediten der Industrie- und Erdölländer und von Entwicklungshilfe. Seit Dezember 2011 kam es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, die gegen eine dritte Amtszeit des damaligen Präsidenten Abdoulaye Wade kämpften. In den Präsidentschaftswahlen vom März 2012 unterlag Wade schließlich im zweiten Wahldurchgang dem früheren Premierminister Macky Sall, der nun seit April 2012 neuer Präsident des Senegal ist. Die Erwartungen der Öffentlichkeit an Macky Sall sind hoch: es geht vor allem um die Hoffnung auf eine bessere wirtschaftliche Situation und den Abbau von Korruption. Der Druck aus der Bevölkerung wächst: ein Großteil der Menschen lebt in Armut, 20% der Bevölkerung ist unterernährt. Die Einkommen sind sehr ungleich verteilt, die Gesundheitsversorgung schlecht, die Analphabetenrate beträgt 50%. Der Senegal liegt im Sahel, der Übergangszone zwischen der Sahara und subtropischem Klima. Im Wesentlichen gibt es zwei Jahreszeiten: Eine Regenzeit mit heißen Monsunwinden aus dem Süden von Juli bis September und eine lange Trockenperiode. Aufgrund des Klimawandels in Verbindung mit der Auslaugung und Versalzung der Böden durch jahrelangen Erdnussanbau sind weite Landstriche von Desertifikation betroffen. Zusätzlich kämpfen die Küstenregionen mit dem Anstieg des Meeresspiegels und Überfischung. Landwirtschaft wird zunehmend problematischer. In kulturellen Bereichen hat der Senegal lange Traditionen vorzuweisen und führt heute in Musik, Tanz, bildender Kunst, Philosophie und Literatur ein eigenständiges Kulturleben. Trotzdem gehört das Land mit Blick auf soziale, ökonomische und humane Kriterien zu den ärmsten und entwicklungsbedürftigsten der Welt (auch vierte Welt genannt). Im Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (HDI 2012) nimmt die Republik Senegal Rang 154 von 186 Ländern ein.

Senegal

 
  • In der Hauptstadt Dakar leben ca. 2 Mio Menschen.
  • Die Lebenserwartung liegt bei ca. 56 Jahren.
  • Die Analphabetenrate beträgt ca. 60 %.
  • Kindersterblichkeit: 125 pro 1000 Lebendgeburten.
  • Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahren.
  Landflucht sowie der Versuch nach Europa zu gelangen ist ungebrochen hoch. Eine der größten Herausforderungen ist es, den vielen jungen Menschen eine Bildung zu ermöglichen und eine Lebensperspektive im Senegal zu ermöglichen.